26 Mai 2009
Ein zweites und letztes Fazit
Heute absolvierten wir die Prüfung vom IKT-Kurs, und damit endet auch meine Blogaktivität zu diesem Thema. Es gilt nun, ein letztes Fazit vom Kurs und vom Gelernten zu ziehen:
In sieben Einheiten haben wir PH-Studenten uns mit Mitteln zur Präsentation, Kommunikation, Recherche, Illustration, zum Hören und Animieren beschäftigt. Es galt dabei immer im Auge zu behalten, wie sich die Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht verwenden lassen. So hatten wir etwa Powerpointpräsentationen zu erstellen, sie gegenseitig zu kommentieren, uns in der Internetrecherche zu üben, Illustrationen herzustellen, Audiodateien zu schneiden und Videos downzuloaden.
Wir erhielten dabei Gelegenheit, für unsere künftige Unterrichtstätigkeit Material zu erstellen und die notwendigen Mittel dafür kennenzulernen. Es war nicht – wie eventuell zu stark suggeriert – eine Werbetour für die elektronischen Hilfsmittel, sondern wir erhielten durchaus die Möglichkeit, kritisch das Gelernte zu kommentieren, was wohl ausreichend geschehen ist. Dies hatte den Vorteil, dass wir uns mit der Materie auseinandersetzen mussten, denn bekannterweise ist angemessene Kritik nur dann möglich, wenn der Gegenstand ausreichend bekannt ist.
Obwohl ich mich in den elektronischen Medien durchaus zurechtzufinden glaube, habe ich doch einige Dienste kennen und – das schreib ich in prophetischer Weise – für meine Zukunft schätzen gelernt. Insbesondere zu erwähnen sind dabei der Internetdienst zamzar, mit dem sich verschiedenste Dateiformate aus dem Internet downloaden lassen, ohne dass dafür etwa zusätzliche Software vonnöten wäre. Dass sich dabei unzählige Video- und Audiodateien im Netz finden lassen liegt auf der Hand, ebenso, dass sich diese im Unterricht verwenden lassen. So habe ich bereits zum Thema Kinderrechten den Clip von klicksafe.de nutzen können, was bei den Schülern sehr gut angekommen ist. Durch die Verwendung dieses youtubevideos scheine ich bei den Schülern durchaus Respekt gewonnen zu haben, da diese erkannt haben, dass ich mich nicht nur informiere, sondern ebenso in der allgegenwärtigen Welt des Internets auskenne. Weil jedoch in dieser Welt auch viel Müll vorhanden ist, gilt es die guten von den schlechten Hilfsmitteln zu unterscheiden, was nicht immer einfach ist. So erhielten wir etwa auch Tipps, worauf im Umgang mit Powerpointpräsentationen zu achten ist.
Wie schon erwähnt, kommt den technischen Hilfsmitteln eine grosse Bedeutung zu. So sei etwa das Programm audacity erwähnt, mit dem sich in einfachster Weise Audiodateien bearbeiten und schneiden lassen. Ich bin froh, dieses Tool kennengelernt zu haben, besitze ich doch einige MP3s, welche einer Kürzung oder sonstiger Qualitätssteigerung bedürfen. Ebenso kam die Frage auf, ob man im Unterricht einmal eine Bewertung einer grösseren Arbeit in Form eines MP3s machen würde. Ich meine, dass dies durchaus eine interessante Sache ist, werden die Schüler doch so auf einen doch etwas vernachlässigten Kommunikationskanal hingewiesen und gezwungen gut zuzuhören. Der Aufwand dafür hielte sich in Grenzen, doch meine ich, dass dies allenfalls sporadisch angewandt werden könnte. Ein Rückmeldegespräch etwa scheint mir sehr fair zu sein und mehr Kompetenzen der Schüler zu fördern. Ausserdem kann damit – gerade auch in kritischen Fällen (etwa bei mangelhaftem Wissen oder Plagiatsverdacht) – noch weiteres Wissen der Schüler festgestellt werden. Der schriftliche Schlussbericht unterscheidet sich meiner Meinung nach nur unwesentlich von der Audiorückmeldung und dies vor allem auf der organisatorischen Ebene des Lehrers: Soll die Kritik korrekt und umfassend sein, so ist etwa durchaus ein schriftliches Raster festzuhalten, wodurch sich der Aufwand für den Lehrer durch die Herstellug von Audiodateien erhöht. Weiter denke ich, dass sich diese Rückmeldeart für sporadische Gelegenheiten eignet – die Schüler können sich damit schnell langweilen und werden wohl nicht immer eine ‚ungewohnte’ Rückmeldeform wollen – es wird deutlich, dass auch Rückmeldungen auf die eigene Unterrichts- und Bewertungsgestaltung beachtet werden müssen...
Einmal mehr meine ich festhalten zu können: Die Mischung machts!
Ein weiterer Diskussionspunkt sind Lernsoftwares, welche sich im Unterricht anwenden lassen und allenfalls neue Formen ermöglichen. Ich meine dazu jedoch, dass es einerseits keine wirklich guten Lernsoftwares gibt, ausser vielleicht Computerspiele, welche jedoch sehr spezifische Fähigkeiten trainieren, andererseits bin ich gegenüber Hilfsmitteln, welche eine neue Form bestimmen, doch eher skeptisch eingestellt. Obwohl ich im vc.edu beteiligt bin, erachte ich als blended-learning (abwechselnde Präsenz- und Einzel- oder Gruppenarbeitsphasen) konzipierte Lehrveranstaltungen als nicht zwingend besser, dies jedoch aus studentischer Sicht: So müssen etwa die Betreuer die Kommunikationskanäle (Foren, Wikis, Mail) zu nutzen verstehen und vor allem regelmässig warten. Ansonsten greift man doch besser wieder zur altbewährten face-to-face-Kommunikation zurück. Ausserdem erleichtern die dabei verwendeten Lernplattformen die Arbeit für die Betreuenden, da die Informationen einfach online geschaltet werden können. Gelegentlich unorganisierten Studenten wird dann gesagt, die Infos hätten online gestanden, man sei selbständig verpflichtet, regelmässig die Informationen zu prüfen... Solche Veranstaltungen sind nichts für mich, denn in unserem Informationszeitalter, in dem ich mir meine Informationen nicht nur selber zusammensuchen und bewerten muss, sondern ebenso filtern, habe ich manchmal schlichtweg genug von dieser Arbeit, welche ich bereits genügend zu leisten habe. Deshalb bin ich auch begeisterter Zeitungsleser, welcher am Morgen jeweils eine begrenzte Vorauswahl darin vorfindet und in überschaubarem Rahmen frühstücken kann. Ausserdem geht bei mir immer mal wieder etwas vergessen – so hätte auch dieser Beitrag einen Tag früher erscheinen sollen ;-)
Schön kann man daher auch festhalten, dass trotz des bisher Gelernten, trotz einer absolvierten Prüfung, eines hoffentlich abgeschlossenen Moduls immer wieder weitergelernt werden kann. Wie das vor sich geht, wird sich in der Zukunft zeigen – manchmal ändert sich das jedoch bereits für meinen Geschmack etwas zu schnell...
In sieben Einheiten haben wir PH-Studenten uns mit Mitteln zur Präsentation, Kommunikation, Recherche, Illustration, zum Hören und Animieren beschäftigt. Es galt dabei immer im Auge zu behalten, wie sich die Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht verwenden lassen. So hatten wir etwa Powerpointpräsentationen zu erstellen, sie gegenseitig zu kommentieren, uns in der Internetrecherche zu üben, Illustrationen herzustellen, Audiodateien zu schneiden und Videos downzuloaden.
Wir erhielten dabei Gelegenheit, für unsere künftige Unterrichtstätigkeit Material zu erstellen und die notwendigen Mittel dafür kennenzulernen. Es war nicht – wie eventuell zu stark suggeriert – eine Werbetour für die elektronischen Hilfsmittel, sondern wir erhielten durchaus die Möglichkeit, kritisch das Gelernte zu kommentieren, was wohl ausreichend geschehen ist. Dies hatte den Vorteil, dass wir uns mit der Materie auseinandersetzen mussten, denn bekannterweise ist angemessene Kritik nur dann möglich, wenn der Gegenstand ausreichend bekannt ist.
Obwohl ich mich in den elektronischen Medien durchaus zurechtzufinden glaube, habe ich doch einige Dienste kennen und – das schreib ich in prophetischer Weise – für meine Zukunft schätzen gelernt. Insbesondere zu erwähnen sind dabei der Internetdienst zamzar, mit dem sich verschiedenste Dateiformate aus dem Internet downloaden lassen, ohne dass dafür etwa zusätzliche Software vonnöten wäre. Dass sich dabei unzählige Video- und Audiodateien im Netz finden lassen liegt auf der Hand, ebenso, dass sich diese im Unterricht verwenden lassen. So habe ich bereits zum Thema Kinderrechten den Clip von klicksafe.de nutzen können, was bei den Schülern sehr gut angekommen ist. Durch die Verwendung dieses youtubevideos scheine ich bei den Schülern durchaus Respekt gewonnen zu haben, da diese erkannt haben, dass ich mich nicht nur informiere, sondern ebenso in der allgegenwärtigen Welt des Internets auskenne. Weil jedoch in dieser Welt auch viel Müll vorhanden ist, gilt es die guten von den schlechten Hilfsmitteln zu unterscheiden, was nicht immer einfach ist. So erhielten wir etwa auch Tipps, worauf im Umgang mit Powerpointpräsentationen zu achten ist.
Wie schon erwähnt, kommt den technischen Hilfsmitteln eine grosse Bedeutung zu. So sei etwa das Programm audacity erwähnt, mit dem sich in einfachster Weise Audiodateien bearbeiten und schneiden lassen. Ich bin froh, dieses Tool kennengelernt zu haben, besitze ich doch einige MP3s, welche einer Kürzung oder sonstiger Qualitätssteigerung bedürfen. Ebenso kam die Frage auf, ob man im Unterricht einmal eine Bewertung einer grösseren Arbeit in Form eines MP3s machen würde. Ich meine, dass dies durchaus eine interessante Sache ist, werden die Schüler doch so auf einen doch etwas vernachlässigten Kommunikationskanal hingewiesen und gezwungen gut zuzuhören. Der Aufwand dafür hielte sich in Grenzen, doch meine ich, dass dies allenfalls sporadisch angewandt werden könnte. Ein Rückmeldegespräch etwa scheint mir sehr fair zu sein und mehr Kompetenzen der Schüler zu fördern. Ausserdem kann damit – gerade auch in kritischen Fällen (etwa bei mangelhaftem Wissen oder Plagiatsverdacht) – noch weiteres Wissen der Schüler festgestellt werden. Der schriftliche Schlussbericht unterscheidet sich meiner Meinung nach nur unwesentlich von der Audiorückmeldung und dies vor allem auf der organisatorischen Ebene des Lehrers: Soll die Kritik korrekt und umfassend sein, so ist etwa durchaus ein schriftliches Raster festzuhalten, wodurch sich der Aufwand für den Lehrer durch die Herstellug von Audiodateien erhöht. Weiter denke ich, dass sich diese Rückmeldeart für sporadische Gelegenheiten eignet – die Schüler können sich damit schnell langweilen und werden wohl nicht immer eine ‚ungewohnte’ Rückmeldeform wollen – es wird deutlich, dass auch Rückmeldungen auf die eigene Unterrichts- und Bewertungsgestaltung beachtet werden müssen...
Einmal mehr meine ich festhalten zu können: Die Mischung machts!
Ein weiterer Diskussionspunkt sind Lernsoftwares, welche sich im Unterricht anwenden lassen und allenfalls neue Formen ermöglichen. Ich meine dazu jedoch, dass es einerseits keine wirklich guten Lernsoftwares gibt, ausser vielleicht Computerspiele, welche jedoch sehr spezifische Fähigkeiten trainieren, andererseits bin ich gegenüber Hilfsmitteln, welche eine neue Form bestimmen, doch eher skeptisch eingestellt. Obwohl ich im vc.edu beteiligt bin, erachte ich als blended-learning (abwechselnde Präsenz- und Einzel- oder Gruppenarbeitsphasen) konzipierte Lehrveranstaltungen als nicht zwingend besser, dies jedoch aus studentischer Sicht: So müssen etwa die Betreuer die Kommunikationskanäle (Foren, Wikis, Mail) zu nutzen verstehen und vor allem regelmässig warten. Ansonsten greift man doch besser wieder zur altbewährten face-to-face-Kommunikation zurück. Ausserdem erleichtern die dabei verwendeten Lernplattformen die Arbeit für die Betreuenden, da die Informationen einfach online geschaltet werden können. Gelegentlich unorganisierten Studenten wird dann gesagt, die Infos hätten online gestanden, man sei selbständig verpflichtet, regelmässig die Informationen zu prüfen... Solche Veranstaltungen sind nichts für mich, denn in unserem Informationszeitalter, in dem ich mir meine Informationen nicht nur selber zusammensuchen und bewerten muss, sondern ebenso filtern, habe ich manchmal schlichtweg genug von dieser Arbeit, welche ich bereits genügend zu leisten habe. Deshalb bin ich auch begeisterter Zeitungsleser, welcher am Morgen jeweils eine begrenzte Vorauswahl darin vorfindet und in überschaubarem Rahmen frühstücken kann. Ausserdem geht bei mir immer mal wieder etwas vergessen – so hätte auch dieser Beitrag einen Tag früher erscheinen sollen ;-)
Schön kann man daher auch festhalten, dass trotz des bisher Gelernten, trotz einer absolvierten Prüfung, eines hoffentlich abgeschlossenen Moduls immer wieder weitergelernt werden kann. Wie das vor sich geht, wird sich in der Zukunft zeigen – manchmal ändert sich das jedoch bereits für meinen Geschmack etwas zu schnell...
24 März 2009
Experiment abgebrochen
05 September 2008
Geldprobleme der AHV?
Hm, also manchmal komm ich mir schon ziemlich dumm vor, insbesondere wenn es um wirtschaftliche oder juristische Dinge geht. So zum Beispiel, als ich vorhin kurz in die Taschenstatistik 'Sozialversicherungen der Schweiz' 2008 reingeblickt habe.
Die AHV der Schweiz steht in schlechtem Licht, die Aussage, dass heute 30jährige wohl kaum mehr von der AHV profitieren werden können, ist salonfähig geworden. Vergleicht man jedoch die Einnahmen der AHV mit deren Ausgaben, so wird deutlich, dass die Situation wohl nicht so schlimm sein kann, fährt sie doch einen Gewinn ein (vgl. S. 4):
Beachtet man ausserdem, dass nicht nur ein finanzielles Plus vorhanden ist, sondern ebenso zum "zweiten Mal seit 1994 [... der] Grundsatz, dass die Kapitalreserve nicht unter den Betrag einer Jahresausgabe sinken darf", erfüllt ist (S. 5), so sieht die Situation eigentlich rosig aus, dass auch ich einmal eine AHV-Rente bekommen kann.
Aber Vorsicht, es ist dabei natürlich die Rentenhöhe zu beachten, so dass deutlich wird, dass die Situation, allein von der AHV abhängig zu sein, eben doch nicht sehr rosig aussieht (vgl. S. 4):

Ein Blick auf den tiefsten Mindestlohn in der Schweiz, die 2281.- CHF für Ungelernte in der Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren, macht deutlich, dass ein Leben mit gut 2000.- CHF möglich sein muss.
Immerhin!
Leider bekommen jene mit den tiefsten Löhnen wohl auch die tiefsten AHV-Renten, jene mit den höchsten Renten beziehen wohl noch andere Altersrenten, zusammengespart im vergangenen Arbeitsleben...
Mal schauen was passiert, bis zu meiner Pensionierung wird es wohl noch eine schöne Weile dauern...
Die AHV der Schweiz steht in schlechtem Licht, die Aussage, dass heute 30jährige wohl kaum mehr von der AHV profitieren werden können, ist salonfähig geworden. Vergleicht man jedoch die Einnahmen der AHV mit deren Ausgaben, so wird deutlich, dass die Situation wohl nicht so schlimm sein kann, fährt sie doch einen Gewinn ein (vgl. S. 4):

Beachtet man ausserdem, dass nicht nur ein finanzielles Plus vorhanden ist, sondern ebenso zum "zweiten Mal seit 1994 [... der] Grundsatz, dass die Kapitalreserve nicht unter den Betrag einer Jahresausgabe sinken darf", erfüllt ist (S. 5), so sieht die Situation eigentlich rosig aus, dass auch ich einmal eine AHV-Rente bekommen kann.
Aber Vorsicht, es ist dabei natürlich die Rentenhöhe zu beachten, so dass deutlich wird, dass die Situation, allein von der AHV abhängig zu sein, eben doch nicht sehr rosig aussieht (vgl. S. 4):

Ein Blick auf den tiefsten Mindestlohn in der Schweiz, die 2281.- CHF für Ungelernte in der Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren, macht deutlich, dass ein Leben mit gut 2000.- CHF möglich sein muss.
Immerhin!
Leider bekommen jene mit den tiefsten Löhnen wohl auch die tiefsten AHV-Renten, jene mit den höchsten Renten beziehen wohl noch andere Altersrenten, zusammengespart im vergangenen Arbeitsleben...
Mal schauen was passiert, bis zu meiner Pensionierung wird es wohl noch eine schöne Weile dauern...
Labels: bilanz, heimat, schweiz
22 Dezember 2007
was ist Kreativität?
18 Oktober 2007
wunderbar
Meine lieben Leute
Nach den vergangenen Querelen mit dem schwarzen Schaf, dem schwarzen Block und der SVP und den weiteren Akteuren hoffe ich, dass nun wieder Ruhe einkehrt. Ich stelle mir das in etwa so vor:
Momentan bin ich gerade dabei, Texte über die Berufsbildung in der Schweiz zu lesen. Ich bin erstaunt über die Aktualität dieser Texte, scheinen damals doch sehr ähnliche Themen diskutiert worden zu sein, wie zum Beispiel die wenigen Lehrlinge, das Ausnutzen der Lehrlinge, die Gefährdung des Marktes durch ausländische Produkte, Tradition vs. Innovation, ausländische Arbeiter und zu guter letzt noch die Art und Weise, wie ein Gesetz zur Berufslehre und Berufsbildung entwickelt werden sollte. Diese Stelle möchte ich Euch nicht vorenthalten:
Klar, das Vokabular ist noch immer völkisch geprägt - es könnte ja auch mein Urgrossvater sein. Auf was es mir aber ankommt, ist der Mittelweg, damit die andern nicht verletzt werden... Schaue ich mir den Vertrag mit dem Volk der SVP an, dann kann ich leider nichts von diesem Mittelweg erkennen zudem gehöre ich damit wohl nicht zum Volk - schade für das Volk ;-) und noch schlimmer: Es wurde gemäss meinen Kenntnissen von nicht gerade vielen Menschen (Politiker, Pressemenschen) auf den Mittelweg aufmerksam gemacht... Zudem hat sich der Gewerbeverband damals, im Gegensatz zu anderen, nicht angemasst, den richtigen Weg zu kennen und diesen auch gehen zu wollen... Das ist aber eine andere Sache und der Vertrag mit dem Volk hätte wohl noch mehr als einen Blogbeitrag verdient - vielleicht ein anderes Mal...
Ich hoffe, der Mittelweg wird wieder golden und das nationale, internationale und gesellschaftliche Interesse wird in Form eines angemessenen Diskurs' in der Zukunft - auch während der nächsten Wahlen - wieder im Zentrum stehen...
Darum bin ich für ein farbige Zukunft, auch wenn ich mich als scharzes Schaf outen muss...
Habt einen wunderbaren Tag
bisu
p.s.
ich bin noch immer am nachdenken und auf der suche nach ideen, wie ich mich daran am besten beteiligen könnte: wählen tu ich und bloggen auch ein bisschen :-)
Nach den vergangenen Querelen mit dem schwarzen Schaf, dem schwarzen Block und der SVP und den weiteren Akteuren hoffe ich, dass nun wieder Ruhe einkehrt. Ich stelle mir das in etwa so vor:
Momentan bin ich gerade dabei, Texte über die Berufsbildung in der Schweiz zu lesen. Ich bin erstaunt über die Aktualität dieser Texte, scheinen damals doch sehr ähnliche Themen diskutiert worden zu sein, wie zum Beispiel die wenigen Lehrlinge, das Ausnutzen der Lehrlinge, die Gefährdung des Marktes durch ausländische Produkte, Tradition vs. Innovation, ausländische Arbeiter und zu guter letzt noch die Art und Weise, wie ein Gesetz zur Berufslehre und Berufsbildung entwickelt werden sollte. Diese Stelle möchte ich Euch nicht vorenthalten:
"Die Schweiz ist ein demokratisches Staatswesen. Deren Gesetze werden nicht wie anderswo von oben herab diktiert, sondern unterliegen in letzter Instanz dem Volkswillen. Wir müssen bei allen Vorberatungen und Beschlüssen danach fragen, ob dieses oder jenes Postulat, das irgend ein Stand oder Beruf in seinem eigenen Interesse als sehr geboten erachtet, auch der Gesamtheit dienlich sei und ob es Aussicht hätte, beim Volksreferendum Gnade zu finden. Bei aller Anerkennung berechtigter Standes- oder Lokalinteressen müssen wird doch immer den Blick auf die Interessen und das Wohl der Gesamtheit des Volkes richten. Und gar oft sind auch innerhalb eines Standes [...] die Interessen des einen Berufes denjenigen eines andern diametral entgegengesetzt, so dass auch hier ein Mittelweg gesucht werden muss, der diese Interessen befriedigen kann, ohne die anderwärtigen zu verletzen. Aber allen es recht zu machen, allen zu nützen und zu helfen, ist unmöglich."Dieser Ausschnitt stammt aus dem Heft Gewerbliche Zeitfragen, XXVIII aus dem Text Vorarbeiten des Schweizerischen Gewerbeverbandes für die Schweizerische Gewerbegesetzgebung: II. Entwurf eines Bundesgesetzes betreffend Berufslehre und Berufsbildung von 1918 (S. 21).
Klar, das Vokabular ist noch immer völkisch geprägt - es könnte ja auch mein Urgrossvater sein. Auf was es mir aber ankommt, ist der Mittelweg, damit die andern nicht verletzt werden... Schaue ich mir den Vertrag mit dem Volk der SVP an, dann kann ich leider nichts von diesem Mittelweg erkennen zudem gehöre ich damit wohl nicht zum Volk - schade für das Volk ;-) und noch schlimmer: Es wurde gemäss meinen Kenntnissen von nicht gerade vielen Menschen (Politiker, Pressemenschen) auf den Mittelweg aufmerksam gemacht... Zudem hat sich der Gewerbeverband damals, im Gegensatz zu anderen, nicht angemasst, den richtigen Weg zu kennen und diesen auch gehen zu wollen... Das ist aber eine andere Sache und der Vertrag mit dem Volk hätte wohl noch mehr als einen Blogbeitrag verdient - vielleicht ein anderes Mal...
Ich hoffe, der Mittelweg wird wieder golden und das nationale, internationale und gesellschaftliche Interesse wird in Form eines angemessenen Diskurs' in der Zukunft - auch während der nächsten Wahlen - wieder im Zentrum stehen...
Darum bin ich für ein farbige Zukunft, auch wenn ich mich als scharzes Schaf outen muss...
Habt einen wunderbaren Tag
bisu
p.s.
ich bin noch immer am nachdenken und auf der suche nach ideen, wie ich mich daran am besten beteiligen könnte: wählen tu ich und bloggen auch ein bisschen :-)
Labels: bilanz, heimat, lebendiger alltag, zitat
Neeeeeeeeeeeeeeein
Gädrpiss....
Alle Photos von Berlin sind weg, durch unüberlegtes Handling meiner externen Harddisk....
Argh...
Alle Photos von Berlin sind weg, durch unüberlegtes Handling meiner externen Harddisk....
Argh...
Labels: berlin, bilanz, lebendiger alltag
17 August 2007
Erasmus-Schlussbericht
Meine lieben Leute
Damit es nun auch die letzten erfahren: Ich befinde mich seit gut zwei Wochen wieder in der Schweiz. Bilanz möchte ich an dieser Stelle in Bälde ziehen, doch jetzt zeige ich Euch erstmal meinen Bericht, den ich zu folgenden sechs Stichworten schreiben musste, damit ich meine restlichen Erasmusstipendien auf mein Konto überwiesen bekomme. Yeah... Dieser Bericht ist für künftige Erasmusstudis gedacht, die in nächster Zeit auch nach Berlin fahren werden... Er wird hier veröffentlicht.
Kommentare sind willkommen!
Gesamteindruck
Berlin war schlichtweg grossartig. Dazu wäre eigentlich kaum mehr weiteres zu sagen, ausser vielleicht, dass ich meinen einsemestrigen Aufenthalt für ein zweites Semester verlängert habe...
Weitere kurze Aussagen sind zum Beispiel
Vorbereitung
Es empfiehlt sich, sich gut auf den Aufenthalt vorzubereiten. Das heisst, dass man sich die Formulare vom Erasmusbüro zu Gemüte führt und sich an denen orientiert, denn so geht kaum etwas vergessen und man befindet sich auf der sicheren Seite – mindestens vom Administrativen... Ansonsten kann ich nur empfehlen, möglichst alle Seminar- oder sonstige Arbeiten schon in der Schweiz geschrieben zu haben, überall reinen Tisch zu haben und noch eine unvergleichliche Abschiedsparty zuhause zu feiern, damit man das neue Leben in Berlin auf allen Ebenen völlig auskosten kann.
Ein bisschen Geld auf der Seite zu haben, ist gewiss auch nicht zu verachten: Berlin ist zwar im Gesamten billiger als die Schweiz, jedoch liegt das Geld auch lockerer in der Tasche und man gibt viel mehr aus. Allerdings könnte man relativ einfach einen Job finden, wenn man nicht allzu anspruchsvoll ist, jedoch sind die Unterschiede zum üblichen Salär in der Schweiz frappant. Insgesamt hätte ich eigentlich gerne gearbeitet in Berlin, mich aber viel zu spät darum gekümmert, da für Schweizer hier Arbeitsgenehmigungen etc. vonnöten sind, was allerdings kein Problem darstellt. Gut bezahlt wären vor allem Jobs im Bildungsbereich, da in Berlin ein chronischer Lehrermangel herrscht – sollte man halbwegs anständige Französischkenntnisse besitzen, so liegt einer derartigen Beschäftigung wohl kaum etwas im Wege...
Für den Alltag in Berlin empfiehlt es sich, gut zu überlegen, was man alles unternehmen möchte. Dies ist deshalb von Vorteil, da in dieser Stadt alles möglich zu sein scheint, so ausgefallen die individuellen Interessen auch immer sein mögen. Allerdings liegt darin eine grosse Gefahr, nämlich dass man nach der Rückkehr in der Schweiz das Gefühl hat, überhaupt nichts getan zu haben. Dem ist aber nicht so, denn man muss sich schlichtweg damit abfinden, dass das immense Angebot in dieser Stadt niemals ausgeschöpft werden kann, auch wenn man sich beispielsweise nur auf Jazzmusik konzentriert.
Weiter ist es wichtig, dass man das Programm mit dem Erasmuskoordinator bespricht, so dass bei der Heimkehr die erbrachten Leistungen auch angerechnet werden. Diesbezüglich war ich überrascht und erfreut über die unkomplizierte Betreuung.
Ankunft
Es empfiehlt sich, unmittelbar nach der Ankunft die Behördengänge hinter sich zu bringen. Damit riskiert man keine Bussgelder und man ist auch nicht zu mühsamen Rechtfertigungen gezwungen, weshalb man die Aufenthaltsbewilligung nun mit halbjähriger Verspätung einholt (die Schweiz ist ja nicht in der EU). Zudem ist zu beachten, dass man sich ohne Wohnsitzbestätigung gar nicht an der Universität einschreiben kann! Da es immer unvorhergesehene Ereignisse gibt: Nehmt alle Studienunterlagen (Zwischenzeugnisse, etc) mit Euch mit, respektive Kopien davon!
Die Anreise ist mindestens eine Woche vor Studienbeginn anzusetzen! Damit kann man sich ein bisschen an die Stadt gewöhnen, allfällige Mitbewohner kennenlernen und alle Seminarräume anfänglich auskundschaften, da dies manchmal eine abenteuerliche Angelegenheit ist. Zudem kann man so dem schweizer Pünktlichkeitsstereotyp ein wenig gerecht werden, da man ja nicht zu spät in die Veranstaltungen kommen darf ;-)
Zimmersuche/Wohnen
Mein Zimmer fand ich über das Internet und daher kann ich nur zwischenmiete.de empfehlen. Man kann da nach Zeitdauer, Kiez, Kosten etc. ein Zimmer suchen. Grundsätzlich stellt das kein Problem dar, sofern man sich auch entsprechend anstrengt.
Ich fand mein Zimmer, ohne dass ich meine Mitbewohnerin vorher gesehen habe. Das war insofern interessant, als dass ich bei meiner Ankunft in Berlin eine Verabredung im Cake (eine gemütliche Kneipe – meine Stammkneipe in der Schlesischen Strasse), also eigentlich ein Blind Date erleben durfte. Das war nicht nur sehr interessant, sondern auch sehr erfolgreich: Glück gehört natürlich dazu :-)
Ich empfehle aufgrund meiner Erfahrungen in einer WG zu leben, da man so in Kontakt mit Quasi-Einheimischen kommt (echte Berliner sind selten), die verschiedenste wunderbare Plätzchen zeigen können. Für den Anfang erleichtern diese den Aufenthalt nämlich ungemein. Weiter kommt man so auch in Kontakt mit weiteren Einheimischen, sofern man denn eine gute Beziehung zu den Mitbewohnern hat.
Eigentlich ist auch das Studentenwohnheim nicht zu verachten: Es wird dort unglaublich viele ausländische Studierende haben und meines Wissens gibt es auch W-Lan. Zudem sind einige an sehr guter Lage. Allerdings dachte ich mir bei einigen Besuchen, dass die Einrichtung und die Sauberkeit manchmal etwas zu wünschen übrig lässt. Gegen den Preis kann aber – auch unter diesen Bedingungen – eigentlich nichts gesagt werden, sind sie doch unglaublich günstig.
Zum Wohnen empfehle ich Kreuzberg, denn Kreuzberger Nächte sind lang und es läuft immer etwas. Es zeichnen sich momentan erlebnisreiche Tage ab, beispielsweise mit dem Köpi oder dem McDonalds, der in der Wrangelstrasse gebaut wird...
Je nach Freundeskreis muss man dann halt manchmal in den Prenzlauerberg hochfahren, doch ist das mit dem Fahrrad und mit der S-/U-Bahn kein Problem – auch in Friedrichshain ist man schnell...
Der beste Zeitpunkt zur Zimmersuche wird etwa ein bis drei Monate vor dem Aufenthalt sein. Zimmer in Berlin zu finden ist keine Hexerei, sofern man nicht vermessene Ansprüche stellt. Von Freunden weiss ich auch, dass ein Zimmer in wenigen Tagen gefunden werden kann, was natürlich eine gewisse Anstrengung erfordert...
Universität
Die Universität unterscheidet sich nur unwesentlich von der Universität Bern. Einzig sei beachtet, dass sich die Erasmusstudenten nicht für die Veranstaltungen anmelden müssen. Dies ist insofern eine wichtige Information, da sich gelegentlich bei überfüllten Veranstaltungen die Dozenten diesbezüglich dumm und schlecht informiert zeigen. Es ist also erlaubte Härte und Durchhaltewillen gefordert.
Die Zustände mancher Räumlichkeiten haben mich nicht gestört. Im Gegenteil: Es ist eher amüsant, wenn man in denselben Vorlesungssälen unterrichtet wird, wie die Dozenten. Vielleicht kann man sich so auch neben seiner Schrift im Sitz verewigen ;-)
Wie hier gibt es grosse Qualitätsunterschiede bei den Dozierenden, doch in der komfortablen Situation des Erasmusstudenten darf und soll man durchaus wählerisch sein. Beispielsweise kann man auch an den anderen Universitäten Veranstaltungen besuchen (dafür müsste man sich als Nebenhörer anmelden – kein Problem) oder fachfremde Veranstaltungen, sofern diese denn zu Hause angerechnet werden, oder auch nicht – das Angebot an interessanten Veranstaltungen ist eigentlich zu gross...
Die Studenten zeigen sich meist als sehr aktiv, diskussionsfreudig und kampfbereit, so dass man die schweizer Zurückhaltung gerne mal ablegen sollte, wird doch meistens jedem Gehör geschenkt. Bei allzu forschen Reaktionen sollte allerdings nicht gleich die Fassung verloren werden, verstecken sich die Diskussionspartner an der Universität doch gerne derartig hinter der Sache, dass man Äusserungen als Angriff auf die Persönlichkeit vermutet, was jedoch kaum der Fall ist...
Freizeit/Leben
Geniesse das übergrosse Angebot an Museen, Theatern, Clubs, Opern, Parties, Kneipen, Mitmenschen, Konzerten, Einkaufsgelegenheiten und allen weiteren Beschäftigungen und Vergnügungen. Es lohnt sich!
Ach ja und lass Dich nicht von der zitty oder dem tip erschlagen ;-)
Diesbezüglich findet man mit einigem Klicken viele Informationen auf berlin.de.
Ansonsten gibt es hier noch einige nette Links von netten Plätzchen...
Natürlich gäbe es noch tausende Dinge zu schreiben, doch ist das schlichtweg nicht möglich: Einfach die Augen offen halten, es gibt überall etwas zu entdecken!
Damit es nun auch die letzten erfahren: Ich befinde mich seit gut zwei Wochen wieder in der Schweiz. Bilanz möchte ich an dieser Stelle in Bälde ziehen, doch jetzt zeige ich Euch erstmal meinen Bericht, den ich zu folgenden sechs Stichworten schreiben musste, damit ich meine restlichen Erasmusstipendien auf mein Konto überwiesen bekomme. Yeah... Dieser Bericht ist für künftige Erasmusstudis gedacht, die in nächster Zeit auch nach Berlin fahren werden... Er wird hier veröffentlicht.
Kommentare sind willkommen!
Gesamteindruck
Berlin war schlichtweg grossartig. Dazu wäre eigentlich kaum mehr weiteres zu sagen, ausser vielleicht, dass ich meinen einsemestrigen Aufenthalt für ein zweites Semester verlängert habe...
Weitere kurze Aussagen sind zum Beispiel
- Die Schweiz hat in etwa sieben Millionen Einwohner, Berlin etwa dreieinhalb. Damit ist die halbe Schweiz in dieser Stadt versammelt – es kann sich jeder selber denken, was das bedeutet.
- Berlin ist nicht nur meiner Meinung nach momentan eine der lebendigsten, kreativsten und innovativsten Städte auf der Welt.
- Auch wenn es eine (kleine) Grossstadt ist, so besteht durch die verschiedenen Zentren jeweils eine dörfliche Atmosphäre (Berlin ist ein Zusammenschluss verschiedener Städte) – man spricht gar von Menschen, die ihren Kiez in ihrem Leben nie verlassen haben...
- Mit dem Semesterticket (muss man kaufen – quasi Studiengebühren) kann man den gesamten ÖV gratis benutzen und gar ein Fahrrad mitnehmen. Es ist eine perfekte Stadt, um mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, denn Fahrrad macht frei!
- Auch wenn es eine (kleine) Grossstadt ist, so gibt es unglaublich viele Grünflächen und Plätze um sich zu erholen. Sei dies an der Spree (Berlin soll mehr Brücken als Venedig haben – hm...), im Tiergarten, im nahen Brandenburg oder aber in einer der mehr als zahlreichen Kneipen und Klubs...
- Auch wenn die Deutschen, wie die Schweizer, als unnahbares Völkchen gelten, so ist es doch einfach, mit ihnen in Kontakt zu kommen. In der Vorlesung kann sich dies zwar als etwas schwierig herausstellen, doch wenn man sich ein bisschen bemüht, können sich daraus wunderbare Freundschaften entwickeln.
- Die Deutschen gelten, wie die Schweizer, auch als ein Völkchen mit Macken und äusserst speziellen Eigenschaften. Ob das nun so ist oder nicht, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass man sich mit anderen Ausländern in Berlin, zum Beispiel in der Dönerbude nebenan, wunderbar über die Deutschen auslassen kann.
- Ich würde sofort wieder gehen!
- Dass wir schon Deutsch sprechen können, stellt überhaupt keinen Nachteil dar, im Gegenteil. Einerseits ermöglicht dies, sich als Schweizer im deutschen Sprachraum zu zeigen und gegebenenfalls die Sprache anzupassen – was ich nicht getan habe, da man so unzählige – manchmal auch nervige – Reaktionen und unglaublich viel Sympathie verspielt. Wenn man allerdings verstanden werden will, sind mindestens kleine Anpassungen notwendig ;-) Andererseits besteht in Berlin die Chance mit Tandempartnern aus allen Herren Ländern eine Gesprächsbeziehung aufzubauen, um irgendwelche Sprachen zu lernen oder aufzufrischen.
Vorbereitung
Es empfiehlt sich, sich gut auf den Aufenthalt vorzubereiten. Das heisst, dass man sich die Formulare vom Erasmusbüro zu Gemüte führt und sich an denen orientiert, denn so geht kaum etwas vergessen und man befindet sich auf der sicheren Seite – mindestens vom Administrativen... Ansonsten kann ich nur empfehlen, möglichst alle Seminar- oder sonstige Arbeiten schon in der Schweiz geschrieben zu haben, überall reinen Tisch zu haben und noch eine unvergleichliche Abschiedsparty zuhause zu feiern, damit man das neue Leben in Berlin auf allen Ebenen völlig auskosten kann.
Ein bisschen Geld auf der Seite zu haben, ist gewiss auch nicht zu verachten: Berlin ist zwar im Gesamten billiger als die Schweiz, jedoch liegt das Geld auch lockerer in der Tasche und man gibt viel mehr aus. Allerdings könnte man relativ einfach einen Job finden, wenn man nicht allzu anspruchsvoll ist, jedoch sind die Unterschiede zum üblichen Salär in der Schweiz frappant. Insgesamt hätte ich eigentlich gerne gearbeitet in Berlin, mich aber viel zu spät darum gekümmert, da für Schweizer hier Arbeitsgenehmigungen etc. vonnöten sind, was allerdings kein Problem darstellt. Gut bezahlt wären vor allem Jobs im Bildungsbereich, da in Berlin ein chronischer Lehrermangel herrscht – sollte man halbwegs anständige Französischkenntnisse besitzen, so liegt einer derartigen Beschäftigung wohl kaum etwas im Wege...
Für den Alltag in Berlin empfiehlt es sich, gut zu überlegen, was man alles unternehmen möchte. Dies ist deshalb von Vorteil, da in dieser Stadt alles möglich zu sein scheint, so ausgefallen die individuellen Interessen auch immer sein mögen. Allerdings liegt darin eine grosse Gefahr, nämlich dass man nach der Rückkehr in der Schweiz das Gefühl hat, überhaupt nichts getan zu haben. Dem ist aber nicht so, denn man muss sich schlichtweg damit abfinden, dass das immense Angebot in dieser Stadt niemals ausgeschöpft werden kann, auch wenn man sich beispielsweise nur auf Jazzmusik konzentriert.
Weiter ist es wichtig, dass man das Programm mit dem Erasmuskoordinator bespricht, so dass bei der Heimkehr die erbrachten Leistungen auch angerechnet werden. Diesbezüglich war ich überrascht und erfreut über die unkomplizierte Betreuung.
Ankunft
Es empfiehlt sich, unmittelbar nach der Ankunft die Behördengänge hinter sich zu bringen. Damit riskiert man keine Bussgelder und man ist auch nicht zu mühsamen Rechtfertigungen gezwungen, weshalb man die Aufenthaltsbewilligung nun mit halbjähriger Verspätung einholt (die Schweiz ist ja nicht in der EU). Zudem ist zu beachten, dass man sich ohne Wohnsitzbestätigung gar nicht an der Universität einschreiben kann! Da es immer unvorhergesehene Ereignisse gibt: Nehmt alle Studienunterlagen (Zwischenzeugnisse, etc) mit Euch mit, respektive Kopien davon!
Die Anreise ist mindestens eine Woche vor Studienbeginn anzusetzen! Damit kann man sich ein bisschen an die Stadt gewöhnen, allfällige Mitbewohner kennenlernen und alle Seminarräume anfänglich auskundschaften, da dies manchmal eine abenteuerliche Angelegenheit ist. Zudem kann man so dem schweizer Pünktlichkeitsstereotyp ein wenig gerecht werden, da man ja nicht zu spät in die Veranstaltungen kommen darf ;-)
Zimmersuche/Wohnen
Mein Zimmer fand ich über das Internet und daher kann ich nur zwischenmiete.de empfehlen. Man kann da nach Zeitdauer, Kiez, Kosten etc. ein Zimmer suchen. Grundsätzlich stellt das kein Problem dar, sofern man sich auch entsprechend anstrengt.
Ich fand mein Zimmer, ohne dass ich meine Mitbewohnerin vorher gesehen habe. Das war insofern interessant, als dass ich bei meiner Ankunft in Berlin eine Verabredung im Cake (eine gemütliche Kneipe – meine Stammkneipe in der Schlesischen Strasse), also eigentlich ein Blind Date erleben durfte. Das war nicht nur sehr interessant, sondern auch sehr erfolgreich: Glück gehört natürlich dazu :-)
Ich empfehle aufgrund meiner Erfahrungen in einer WG zu leben, da man so in Kontakt mit Quasi-Einheimischen kommt (echte Berliner sind selten), die verschiedenste wunderbare Plätzchen zeigen können. Für den Anfang erleichtern diese den Aufenthalt nämlich ungemein. Weiter kommt man so auch in Kontakt mit weiteren Einheimischen, sofern man denn eine gute Beziehung zu den Mitbewohnern hat.
Eigentlich ist auch das Studentenwohnheim nicht zu verachten: Es wird dort unglaublich viele ausländische Studierende haben und meines Wissens gibt es auch W-Lan. Zudem sind einige an sehr guter Lage. Allerdings dachte ich mir bei einigen Besuchen, dass die Einrichtung und die Sauberkeit manchmal etwas zu wünschen übrig lässt. Gegen den Preis kann aber – auch unter diesen Bedingungen – eigentlich nichts gesagt werden, sind sie doch unglaublich günstig.
Zum Wohnen empfehle ich Kreuzberg, denn Kreuzberger Nächte sind lang und es läuft immer etwas. Es zeichnen sich momentan erlebnisreiche Tage ab, beispielsweise mit dem Köpi oder dem McDonalds, der in der Wrangelstrasse gebaut wird...
Je nach Freundeskreis muss man dann halt manchmal in den Prenzlauerberg hochfahren, doch ist das mit dem Fahrrad und mit der S-/U-Bahn kein Problem – auch in Friedrichshain ist man schnell...
Der beste Zeitpunkt zur Zimmersuche wird etwa ein bis drei Monate vor dem Aufenthalt sein. Zimmer in Berlin zu finden ist keine Hexerei, sofern man nicht vermessene Ansprüche stellt. Von Freunden weiss ich auch, dass ein Zimmer in wenigen Tagen gefunden werden kann, was natürlich eine gewisse Anstrengung erfordert...
Universität
Die Universität unterscheidet sich nur unwesentlich von der Universität Bern. Einzig sei beachtet, dass sich die Erasmusstudenten nicht für die Veranstaltungen anmelden müssen. Dies ist insofern eine wichtige Information, da sich gelegentlich bei überfüllten Veranstaltungen die Dozenten diesbezüglich dumm und schlecht informiert zeigen. Es ist also erlaubte Härte und Durchhaltewillen gefordert.
Die Zustände mancher Räumlichkeiten haben mich nicht gestört. Im Gegenteil: Es ist eher amüsant, wenn man in denselben Vorlesungssälen unterrichtet wird, wie die Dozenten. Vielleicht kann man sich so auch neben seiner Schrift im Sitz verewigen ;-)
Wie hier gibt es grosse Qualitätsunterschiede bei den Dozierenden, doch in der komfortablen Situation des Erasmusstudenten darf und soll man durchaus wählerisch sein. Beispielsweise kann man auch an den anderen Universitäten Veranstaltungen besuchen (dafür müsste man sich als Nebenhörer anmelden – kein Problem) oder fachfremde Veranstaltungen, sofern diese denn zu Hause angerechnet werden, oder auch nicht – das Angebot an interessanten Veranstaltungen ist eigentlich zu gross...
Die Studenten zeigen sich meist als sehr aktiv, diskussionsfreudig und kampfbereit, so dass man die schweizer Zurückhaltung gerne mal ablegen sollte, wird doch meistens jedem Gehör geschenkt. Bei allzu forschen Reaktionen sollte allerdings nicht gleich die Fassung verloren werden, verstecken sich die Diskussionspartner an der Universität doch gerne derartig hinter der Sache, dass man Äusserungen als Angriff auf die Persönlichkeit vermutet, was jedoch kaum der Fall ist...
Freizeit/Leben
Geniesse das übergrosse Angebot an Museen, Theatern, Clubs, Opern, Parties, Kneipen, Mitmenschen, Konzerten, Einkaufsgelegenheiten und allen weiteren Beschäftigungen und Vergnügungen. Es lohnt sich!
Ach ja und lass Dich nicht von der zitty oder dem tip erschlagen ;-)
Diesbezüglich findet man mit einigem Klicken viele Informationen auf berlin.de.
Ansonsten gibt es hier noch einige nette Links von netten Plätzchen...
Natürlich gäbe es noch tausende Dinge zu schreiben, doch ist das schlichtweg nicht möglich: Einfach die Augen offen halten, es gibt überall etwas zu entdecken!
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